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Ist doch nur ein Blogartikel… – Ein Blick hinter den Vorhang

Fertig ist sie, meine Beitragsserie über die Geschichte der Berliner Spittelkolonnaden. Vier einzelne Beiträge, jeweils zu einer einzelnen Periode aus der Geschichte dieses schönen Bauwerks, dazu eine umfassende Fotogalerie mit historischen Aufnahmen und aktuellen Bildern – alles das ist nun auf der Website meines Berlin-Projektes Anderes.Berlin zu finden.

Das war ein ganz hübsches Stück Arbeit. Angefangen von zahllosen Samstagen, die ich in der Abteilung für Berlin-Studien der Zentralen Landesbibliothek zugebracht habe, um zu recherchieren und Informationen zusammenzutragen, über viele, viele Stunden Online-Recherche, um weitere Daten und Fakten zu finden, bis hin zum Schreiben der Texte für die einzelnen Artikel, war ich wenigstens ein halbes Jahr damit befaßt – Zeit, angefüllt mit dem Aufstöbern und Studieren einzelner, kleinerer und größerer Zeitungsartikel, dem Lesen von Büchern, dem Durchsuchen von Bibliothekskatalogen, dem Sitzen in Lesesälen öffentlicher Bibliotheken, dem Durchsuchen des Internets, dem Notieren jedes noch so winzigen Fakts, dem buchstabengetreuen Abschreiben wichtiger Zitate, dem zeitlichen Ordnen der Fakten, dem Protokollieren jeder benutzten Quelle und so weiter und so fort. Besonders spannend wird es, wenn solche Quellen einander widersprechen. Welche Aussage stimmt? Was ist wahr, was falsch? Gibt es weitere Quellen, bestenfalls sogar schriftliche Zeugnisse aus der betreffenden Zeit selbst? All das macht wahnsinnig Spaß und erinnert manchmal an Detektivarbeit.

Als ich dann alle Fakten und Informationen gesammelt hatte, ging es an’s Schreiben. Nun mußte ich all die Daten und einzelnen Geschichtchen zu einem großen Ganzen zusammenbringen,  zu einer zusammenhängenden, unterhaltsamen und möglichst spannenden Geschichte. Eine Herausforderung! Ich wollte bei der Beschreibung historischer Zusammenhänge und Abläufe die stets damit verbundene Gefahr bannen, daß der Text zu trocken gerät, sich zu sehr auf die Aneinanderreihung der Fakten konzentriert und es versäumt, eine Geschichte zu erzählen. Doch wie stellte ich das am besten an? Nach einiger Überlegung verfiel ich auf die Idee, jedem der vier Artikel eine kleine Geschichte voranzustellen. Eine Geschichte, die nicht nur mit dem Gegenstand der Beitragsserie, den Spittelkolonnaden, zu tun hatte, sondern auch den jeweiligen Zeitraum jedes Artikels näher illustrierte. Eine Geschichte, die ich mir jeweils ausdachte, die aber dennoch so oder so ähnlich passiert sein könnte. Ob mir all das gelungen ist oder nicht, möge jeder Leser der Beitragsreihe selbst beurteilen. Mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, sie zu schreiben.

Nun war das geschriebene Wort also fertig. Doch das war ja erst der Inhalt. Solch eine Artikelserie lebt aber nicht vom Text allein. Wer will schon eine Webseite lesen, die wie eine einzige Bleiwüste daherkommt, zumal, wenn es um historische Ereignisse und Orte geht? Da müssen Illustrationen her, die das im Text Erzählte visualisieren. Darstellungen aus der Vergangenheit und, wenn wie in diesem Fall das Bauwerk noch existiert, auch aus der Gegenwart machen den Text lebendiger, nachvollziehbarer und damit letztlich interessanter. Während das für aktuelle Aufnahmen noch relativ einfach ist, für die ich nur eine kleine Fototour unternehmen, das Bauwerk fotografieren, die Bilder bearbeiten und auf die Website laden muß, stellt sich das für historische Aufnahmen schon deutlich schwieriger dar. Gibt es überhaupt welche? Und wenn ja, wo sind diese zu finden? Wieder waren viele Stunden Suche und Recherche vergangen, bis ich schließlich für jede einzelne Periode der Geschichte der Spittelkolonnaden ansprechende Darstellungen – Zeichnungen und Fotografien – gefunden hatte.

Die Berliner Spittelkolonnade
Die Spittelkolonnade in der Leipziger Straße
Fotograf: Alexander Glintschert (2019),
Creative Commons Lizenzvertrag

Doch damit war es nicht getan. Während ich meine eigenen Fotos ohne Probleme auf meiner Website verwenden kann, ist das für historische Bilder nicht so einfach. Da gilt es, das Urheberrecht zu beachten. Nicht alles, was man so findet, ist auch frei verfügbar. Auch nicht, wenn man es im Internet aufstöbert. Also setzte sich die Recherchearbeit fort. Diesmal ging es darum, für jedes einzelne Bild herauszufinden, wer es aufgenommen hatte und wann, ob es noch urheberrechtlich geschützt ist und wenn ja, wer die Rechte daran besitzt. Gerade der Zeitraum vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute ist da immer problematisch. Fotografien aus dieser Zeit sind einfach noch nicht alt genug, um bereits gemeinfrei zu sein. Hier gilt es herauszufinden, ob die Urheber, also die Fotografen, noch am Leben sind oder nicht. Sind sie es nicht, ist wichtig zu wissen, wann sie verstorben sind. Ist das bereits mehr als 70 Jahre her? Und selbst wenn das der Fall ist, gibt es eventuell noch andere Personen, die ebenfalls noch Rechte an der Aufnahme haben? Ein Gemälde kann beispielsweise gemeinfrei sein. Will ich jedoch ein Foto dieses Gemäldes verwenden, kann der Fotograf wiederum Urheberrechte beanspruchen, die ich beachten muß. Es ist kompliziert.

Als ich dann endlich für jedes Bild, das ich verwenden wollte, alle entsprechenden Informationen zusammenhatte, kam der nächste Schritt, denn natürlich waren nicht alle Bilder, die ich gefunden hatte und verwenden wollte, für mich so ohne weiteres nutzbar. Nun mußte ich die einzelnen Rechteinhaber anschreiben und um die Genehmigung für die Verwendung der Bilder bitten. Erfreulicherweise waren fast alle bereit, mir die Bilder für die Verwendung auf meiner Website zur Verfügung zu stellen. Danken möchte ich in diesem Zusammenhang besonders dem Bildarchiv Foto Marburg und der Stiftung Stadtmuseum Berlin, die mir einige sehr schöne und für meine Artikelserie wichtige Bilder kostenfrei zur Verfügung gestellt haben. Ich habe mich sehr gefreut, daß sie auf diese Weise mein Projekt unterstützen wollten. Für ein aus reiner Liebhaberei betriebenes, nicht kommerziell orientiertes und werbefreies Website-Projekt ist es nicht so einfach, die entsprechenden Kosten, die beispielsweise durch die nicht eben geringen Gebühren verschiedener Bildarchive entstehen können, finanziell aufzubringen.

Nun hatte ich also die Texte und ich hatte die Bilder. Jetzt galt es, all dies zusammenzubringen und möglichst ansprechend zu gestalten, damit lesenswerte Artikel daraus entstehen konnten. Auch das ist natürlich wieder eine ganze Menge Arbeit gewesen, trotz der technischen Unterstützung durch eine entsprechende Software zur Entwicklung, Gestaltung und Pflege von Websites. Bis die vier Beiträge nach und nach fertig und veröffentlicht waren, verging noch einmal ein gutes Vierteljahr. Doch nun ist es vollbracht. Viel Zeit und viel Arbeit waren also das Resultat. Aber, und das ist für mich das Wichtigste überhaupt, auch viel Spaß und Freude!

Nun war ja diese Artikelserie zu den Spittelkolonnaden nicht meine erste. Ich habe in der Vergangenheit ja schon einige Artikel auf Anderes.Berlin veröffentlicht. Warum also schreibe ich hier darüber?  Wozu noch dieser Blogbeitrag?

Nun, zum einen wollte ich allen, die es vielleicht interessieren mag, einmal einen kleinen Einblick geben, was es bedeutet, eine solche Artikelserie zu verfassen, zu gestalten und ins Leben, also online zu bringen. Zum anderen aber hat diese spezielle Artikelserie zu den Berliner Spittelkolonnaden für mich einen besonderen Stellenwert. Denn die Säulengänge des Carl von Gontard begleiten mich schon eine recht lange Zeit meines Lebens. Und das nicht nur, weil ich als Kind und Jugendlicher in der Leipziger Straße gewohnt und in der Gegend zur Schule gegangen bin, so daß ich auf meinem Schulweg tagtäglich an dem steinernen Halbrund vorüberkam.

Es begann, als ich in der fünften Klasse und gerade neu an die 18. Polytechnische Oberschule „Reinhold Huhn“ gekommen war, eine der beiden Schulen, die damals für das Wohngebiet rund um die Leipziger Straße zuständig waren. Um bei uns Kindern das Interesse für unsere nähere Umgebung und ihre Geschichte zu wecken und gleichzeitig gemeinschaftliches Arbeiten an einem gemeinsamen Projekt zu lernen, vergaben die Lehrer an jede Klasse einen Forschungsauftrag. Ziel war die selbständige Erforschung eines historischen Ereignisses, das sich in unserer Wohngegend ereignet hatte, oder der Geschichte eines Bauwerks, das sich im Umfeld unserer Schule befand. Unsere Klasse bekam den Auftrag, die Geschichte der Spittelkolonnaden zu erforschen, die erst wenige Jahre zuvor in der Leipziger Straße wiedererrichtet worden waren. Dafür wurde in unserer Klasse eine sogenannte Forschungsgruppe eingerichtet, die aus mehreren Schülern bestand und die an dem Forschungsauftrag arbeiten sollte. Heute würde man das vielleicht Projektgruppe nennen. Und weil man damals der Meinung war, daß jede Arbeitsgruppe auch einen Leiter braucht, wurde einer der Schüler dazu bestimmt. Warum unsere Klassenlehrerin dabei auf die Idee verfiel, daß ich das sein sollte, der ich doch gerade erst neu in der Klasse war und noch kaum jemanden wirklich kannte, ist für mich immer ein  Geheimnis geblieben.

Nun, das mit der Projektgruppe hat nicht so geklappt, wie es sollte. Weder haben wir als Arbeitsgruppe wirklich funktioniert (das Leiten lag mir wohl noch nie so recht), noch ging ohne Anleitung durch einen Lehrer das Konzept, mit dieser Maßnahme bei den Schülern ein breites Interesse für Stadtgeschichte und ihre nähere Umgebung zu wecken, wirklich auf. Letztlich hat sich niemand in der Klasse für den Forschungsauftrag wirklich begeistert. Wirklich niemand. Außer mir. Für mich war das eine ziemlich spannende Angelegenheit. Und so trug ich allerlei Informationen über die Spittelkolonnaden und ihre Geschichte zusammen und lieferte das Ergebnis ab – für die Klasse, versteht sich. Was ich da im einzelnen alles herausfand und zusammengefaßt darstellte, entzieht sich heute leider meiner Erinnerung. Was ich jedoch noch sehr gut weiß, ist, daß ich in Bezug auf die Klasse zwar der einzige war, der an dem Projekt arbeitete, daß ich dabei jedoch keinesfalls allein war. Denn wer mich dabei massiv unterstützte, waren meine Eltern. Durch sie lernte ich, wie man an so eine Aufgabe, bei der man am Anfang nur die Zielsetzung kennt und keine Ahnung von der Materie hat, herangeht.  Für diese und all die andere Hilfe, die ich von ihnen immer erfuhr, bin ich ihnen stets dankbar.

So ist auf diese Weise mit den Spittelkolonnaden meine erste eigene Arbeit zur Geschichte eines Berliner Bauwerks verknüpft. Mit ihnen wurde mein Interesse für die Geschichte meiner Heimatstadt Berlin geweckt, das mich seitdem nicht mehr losgelassen und letzten Endes – viele Jahre später – zu meinem Webprojekt Anderes.Berlin geführt hat. Und so ist es nur angemessen und auch folgerichtig, daß ich den Spittelkolonnaden nun endlich auch eine eigene umfassende Artikelserie auf Anderes.Berlin gewidmet habe. Es wurde Zeit dafür.

Wirklich schon wieder ein Jahr…

Und wieder einmal ist es Silvester. Das Jahr 2018 neigt sich unweigerlich dem Ende entgegen. Hatte das nicht gerade eben erst angefangen? Das kann doch unmöglich schon wieder vorbei sein.

So oder so ähnlich mag es manchem gehen, da bin ich sicher nicht der einzige. Im Alltag fällt uns meist gar nicht auf oder wir ignorieren mehr oder weniger bewußt, daß die Zeit unweigerlich voranschreitet. Doch an Tagen wie diesem, die uns mit ihrer besonderen Bedeutung, die wir ihnen beimessen, aus dem Alltäglichen herausholen, kann es geschehen, daß wir uns plötzlich dessen bewußt werden, und wir fragen uns, wo die Zeit denn nur geblieben ist.

Und so sitze auch ich nun hier und denke über das zurückliegende Jahr nach. Wieder einmal halte ich mich fern von den alljährlichen Silvesterparties. An diesem Abend, wenn alle Welt feiert und feuerwerkt, ist mir eher nach Besinnlichkeit. Während alle mit einem hoffentlich guten Rutsch ins neue Jahr schliddern, möchte ich lieber sanft hinübergleiten. Ein Glas roten Weins an einem ruhigen Abend – mehr brauche ich nicht. Es muß mir allerdings gelingen zu ignorieren, daß von draußen vor dem Fenster Geräusche an mein Ohr dringen, die mich glauben lassen könnten, es wäre Krieg.

Warum um alles in der Welt ist jetzt schon wieder Jahresende? Ach, die Zeit verrennt. Das ist ein Satz, den viele sagen.

Eins, zwei, drei – im Sauseschritt
eilt die Zeit. Wir eilen mit.

So dichtete bereits Wilhelm Busch. Doch kann Zeit eilen? Oder rennen? Wohl eher nicht. Also stimmt der Satz nicht? Dem widerspricht der Eindruck, der sich bei manchem so manches Mal – und auch bei mir gerade jetzt – einstellt, daß schon wieder soviel Zeit vergangen ist, ohne daß man es so recht merkte. Moment, ohne daß man es merkte? Ohne daß ich es merkte? Das bedeutet ja… Mir will nicht so recht gefallen, was es bedeutet. Wenn Zeit unbemerkt vergehen kann, dann geht man achtlos mit ihr um. Und Achtlosigkeit führt – das kennt man auch von anderen Ressourcen – in aller Regel zu Verschwendung. 

Aber ist das denn schlimm? Ich bin kein großer Freund davon, alles und jedes zu rationalisieren. Das passiert in unserem Zeitalter sowieso schon allerorten. Alles wird nur noch nach dem Nutzen, den es haben könnte, bewertet. Doch mit Zeit – und insbesondere der eigenen Lebenszeit – sollte man das auf keinen Fall tun. Es sei denn, man sucht das unfehlbare Rezept für permanente Unzufriedenheit. Zeit verschwenden – das kann so schön sein. Tagträumen, müßiggehen, bummeln, nichts erreichen müssen – ab und zu braucht die Seele das. Und dann sollte man mit Zeit nicht sparen, um ihr das zu gewähren.

Eine derartige Verschwendung von Zeit kann, wenn sie bewußt geschieht, eine Bereicherung sein. Der achtlose Umgang damit führt jedoch zum genauen Gegenteil. Verschwendung aus Achtlosigkeit – das wird unweigerlich zu Verlust, aus dem wieder Unzufriedenheit resultiert; Unzufriedenheit, die sich in der Frage, wo denn nur die Zeit geblieben ist, ausdrückt. 

Nein, die Zeit verrennt nicht. Sie schreitet voran – immer im gleichen Tempo. Behauptet man, sie renne, versucht man nur, die Schuld am eigenen achtlosen Umgang mit ihr auf sie abzuwälzen. Doch ändert man nur einen Buchstaben in diesem Satz, drückt er plötzlich aus, was dann wirklich passiert: Die Zeit verrinnt. Und zwar wie Sand durch die Finger…

Silvester und Neujahr – das ist stets die Zeit der guten Vorsätze. Ich denke, dieses Mal belasse ich es bei einem einzigen. Ich nehme mir vor, achtsamer mit meiner Zeit umzugehen. Sie gleichermaßen bewußt zu nutzen und bewußt zu verschwenden – kurz: sie bewußt zu leben. Jedenfalls mehr als bisher.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein gesundes und fröhliches, vor allem aber ein bewußt gelebtes Jahr 2019. Laßt es Euch gut gehen!

Gedanken zum Jahreswechsel…

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Wieder einmal ist Silvester. Und ich schwänze auch dieses Jahr die Party. Es ist nicht das erste Mal.

In den Tagen und Wochen vorher bekommt man oft die Frage gestellt, was man denn Silvester mache. Kommt die Reihe an mich, Antwort zu geben, sage ich einfach:
„Nichts!“
„Wie, nichts?“
„Na, nichts! Ich bin zu Hause!“
„Aber es ist doch Silvester! Das mußt Du doch feiern!“

Muß ich? Wieso eigentlich?

Meistens fällt es mir schwer, zu einem festgelegten Zeitpunkt auf Abruf in Feierlaune zu kommen. Und dieser Zeitpunkt ist ja schon besonders willkürlich. Irgendwann in der Geschichte der Menschheit hat jemand gefunden, daß es eine gute Idee wäre, die vergehende Zeit in feste Abschnitte einzuteilen. Irgendwie konnte er die Anderen davon überzeugen, wie toll seine Idee ist. Gute Argumente gab es sicher zuhauf. Beispielsweise vereinfacht es Verabredungen ungemein. Wahrscheinlich waren sich alle schnell einig über das Grandiose dieser Idee. Über die Anzahl der Abschnitte, ihre Bezeichnung, ihren Anfang und ihr Ende konnte dann allerdings im Laufe der Geschichte keine Einigung erzielt werden. So änderte man immer mal wieder den Kalender, aus den unterschiedlichsten Erwägungen. Und auch heute gibt es bei verschiedenen Völkern durchaus verschiedene Kalender. Es gibt sogar Menschen, die nach zwei Kalendern gleichzeitig leben. Kommt man da eigentlich nicht durcheinander?

Wie ich so darüber nachsinne, kommt mir der Gedanke, doch mal im Internet über Kalender nachzuschlagen. Im Bereich „Schlagzeilen“ liefert mir Google gleich einen passenden Artikel der Frankfurter Rundschau: „Zählt, wie es Euch gefällt – Kalender im Wandel der Zeit“. Veröffentlicht vor etwa zwei Stunden. Wie überaus passend. Als hätte ich gefragt.

Daß wir den Jahreswechsel heute feiern, ist also lediglich eine willkürliche Festlegung. Wäre es nicht besser, das im Sommer zu tun? Da wäre es doch viel wärmer. Das müßte doch gerade jene freuen, die sich jetzt am Brandenburger Tor oder anderswo im Freien bei einer der vielfältigen Silvesterparties den Hintern abfrieren. Obwohl, in diesem Jahr geht’s ja noch. Wir haben ja fast frühlingshafte Temperaturen. Dennoch. Silvesterparty im Freien, wo’s kalt ist? Laßt mich kurz nachdenken… Nein.

Und was heißt überhaupt heute? Zwar wird der Gregorianische Kalender heute rund um die Welt in vielen Ländern verwendet und es feiern die Menschen dort Silvester auch am heutigen Tag, aber wegen der Zeitzonen ist das ja relativ. Während wir uns also am Nachmittag des 31. Dezember auf den Jahreswechsel vorbereiten, haben die Australier ihn längst vollzogen. Ob die da auch so sinnlos rumballern wie wir hier? Und wenn alle rund um den Erdball das genau so machen, zieht dann das Silvesterfeuerwerk wie eine riesige La-Ola-Welle um die Welt? Kann man das vom Weltraum aus sehen? Hat das eigentlich schon mal jemand die Kosmo- oder Astronauten auf der ISS gefragt?

Doch ich schweife ab. Weder ist also der Jahreswechsel ein ehernes Datum, noch begehen ihn alle Menschen der Welt zur selben Zeit. Das ist natürlich ein wirklich schöner Grund, nicht auf Bestellung in Feierlaune zu verfallen. Und man kann darüber auch sehr gelehrt und lang dozieren. Vielleicht würde man den einen oder anderen sogar überzeugen.

Doch warum ich heute nicht auf einer Party bin, sondern stattdessen gemütlich in der warmen Stube sitze und bei einem Glas Rotwein und ruhiger Musik über den Jahreswechsel sinniere, das neue Jahr erwarte und mir den einen oder anderen Gedanken durch den Kopf gehen lasse, auf das alte 2017 zurückschaue und überlege, was ich denn im nächsten Jahr so tun oder lassen möchte, hat einfach den einen Grund: ich will es so. Es ist schön. In all dem Trubel und der Hektik, die die heutige Zeit so mit sich bringt, in der man so oft meint, das Heft in der Hand zu halten und dabei gar nicht merkt, daß man tatsächlich nur ein Getriebener ist, tut es gut, einfach mal innezuhalten und nicht dem allgemeinen Trend zu folgen, mich zurückzuziehen, von der Welt um mich herum für ein paar Stunden Abstand zu nehmen und mich ganz auf mich zu konzentrieren. Und dafür ist ein willkürlich festgelegter Jahreswechsel gar nicht mal der schlechteste Zeitpunkt.

In diesem Sinne: Ein gesundes, neues Jahr Euch allen. Laßt es ruhig angehen!

Geschichte im Verein

Nun ist doch geschehen, von dem ich glaubte, daß es mir aber ganz bestimmt nicht widerfahren würde: ich bin  Vereinsmitglied.

Vereine gibt es ja bekanntlich viele. Ich assoziierte dabei immer  so etwas wie Sportvereine, Schachclubs oder politische Gemeinschaften. Und auch, ich gebe es zu, das Klischee des Kaninchenzüchtervereins.

Sonderlich sportlich bin ich eigentlich nicht, auch wenn ich Sport natürlich nicht gänzlich aus dem Wege gehe. Man will ja nicht völlig unbeweglich werden. Doch mein Fahrrad oder das Fitneßstudio reichen mir dafür völlig aus. Gruppensport mag ich hingegen bestenfalls als Zuschauer, für Wettkämpfe fehlt mir der Ehrgeiz. Sportvereine und Schachclubs schieden also schon mal aus.

Weil ich mir meine Meinung, insbesondere die politische, gerne selbst bilde  und sie dementsprechend auch  selbst vertreten möchte, kann ich den  Rahmen oder gar Zwang einer Gruppe dabei überhaupt nicht brauchen.  Oder, um es mit Reinhard Mey zu sagen:

Es paßt, was ich mir denke,
Auch wenn ich mich sehr beschränke,
Nicht auf einen Knopf an meiner Brust!

Eine politische Vereinigung  ist also meine Sache auch nicht.

Darüberhinaus habe ich mir bisher eigentlich keine weiteren Gedanken über Vereine gemacht.  Was sollte da schon noch sein…

Daß da noch mehr sein kann, entdeckte ich durch einen Flyer, der mir in der Berliner Stadtbibliothek in die Finger kam und mit dem ein Verein für sich warb, der so derart auf der Linie meines  Interesses lag, daß  es  gar keiner langen Überlegung bedurfte, um mir klarzumachen, daß ich  dabeisein wollte.

Und so ist es nun nach dem Ausfüllen des Antrags auf Mitgliedschaft, der in überragend kurzer Zeit erfolgten Aufnahme, dem Erhalt der Mitgliedsurkunde und  der ersten Zahlung des jährlichen Mitgliedsbeitrags offiziell: ich bin Mitglied im  Verein für die Geschichte Berlins e. V., gegründet im Jahre 1865.

Daß meiner Heimatstadt Berlin eines meiner Hauptinteressen  gilt, dürfte niemanden überraschen, der bereits einmal bei  Anderes.Berlin  vorbeigeschaut hat.  Die Beschäftigung mit der Geschichte und den Geschichten meiner Stadt, ihrer Bauten und Sehenswürdigkeiten, aber auch ihrer Persönlichkeiten, ob sie gegenwärtig oder fast vergessen sind, ist eine meiner größeren Leidenschaften. Und weil ich diese im Zweck und in den Zielen des Vereins wiederfinde, bin ich gern dabei – bei den vielfältigen Veranstaltungen des Vereins   und,  wenn  sich die Möglichkeit bietet,  auf unterstützende Weise.

Schauen wir mal, was daraus wird. Ich bin gespannt!

Gedanken zum Jahresende…

Silvesterabend. 2016. Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende.

Im Glas, das auf meinem Schreibtisch steht, funkelt der Rotwein im Schein der Lampe neben mir. In Gedanken lasse ich die zurückliegenden zwölf Monate Revue passieren. Ein ruhiger Jahresausklang. Leise und besinnlich.

Die Party lasse ich dieses Mal aus. Keine Lust auf Lärm, Partyspiele und Alkohol. Draußen feuern sie schon ihre Böller ab. Es knallt und rumst, blitzt und prasselt immer wieder vor meinem Fenster.  Davon lasse ich mich jedoch nicht stören. Mein Fall war es sowieso nie. Ich erinnere mich noch, wie ich das als Kind unbedingt mal ausprobieren wollte. Wochenlang habe ich meinen Eltern in den Ohren gelegen, bis sie sich schließlich breitschlagen ließen und Geld in ein paar Raketen und Knaller investierten. Den ganzen Tag war ich aufgeregt, und als es endlich Abend war, gingen meine Eltern und ich hinunter auf die Straße. Die Knaller waren zuerst dran – ich durfte sie werfen. Es rumste, das war’s. Ich weiß noch, daß ich das nicht sonderlich beeindruckend fand. Da sie nun aber mal da waren, zündete ich unter Aufsicht meiner Eltern einen nach dem anderen an und warf sie davon. Bumm und aus. Dann kamen die Raketen an die Reihe. Mein Vater stellte eine in eine eigens dafür mitgebrachte Flasche, zündete sie an und trat zurück. Die Lunte brannte, dann zischte es laut und die Rakete sauste in den Nachthimmel. Ich folgte ihr mit den Augen, bis sie weit oben zerplatzte. Funken in bunten Farben stoben auseinander. Hübsch sah’s ja aus, doch schnell waren sie wieder verloschen. Kurze Zeit darauf war ein Knall zu hören. Fragend sah ich meinen Vater an. Das war’s? Er nickte. Hm. Als wir alle Raketen verschossen hatten, verspürte ich kein großes Bedauern, daß es vorbei war.

Das war das erste und auch das letzte Silvester, an dem ich mich mit Knallkörpern und Raketen abgab. Mag sein, daß die damaligen Raketen nicht so ausgefeilt waren wie heute. Es waren ganz sicher auch nicht die Teuersten. Und dennoch: wenn ich seitdem Silvester die Knallerei beobachtete, verspürte ich nie mehr den Wunsch, selbst dabei mitzutun. Also sollen sie auch in diesem Jahr ohne mich auskommen. Ich bin sicher, sie werden mich dabei nicht vermissen.

Da sitze ich nun also und denke über das vergangene Jahr nach. Es gab viel Schönes und nur wenig, auf das ich gerne verzichtet hätte. Zu letzterem gehören Enttäuschungen, die es im Leben immer wieder gibt, auch wenn man sich noch so sehr wünscht, sie vermeiden zu können. Ich spreche dabei nicht von solchen, die man durchlebt, weil etwas nicht so geschehen ist, wie man es sich erhoffte, oder weil man etwas nicht erhielt, nach dem es einen doch so sehr verlangte. Die sind harmlos und gewissermaßen materiell. Derartige Enttäuschungen tun nicht wirklich weh und gehen meist schnell vorüber.

Schwerer wiegen Enttäuschungen, die man von Menschen aus seinem Umfeld erfährt – weil sie sich nicht so verhalten haben, wie man es von ihnen erwartet hat, oder weil sie etwas getan haben, was man ihnen nicht zutraute. Das kann weh tun, vor den Kopf stoßen und auch verletzen. Das Einfachste wäre es dann, wenn man ihnen aus dem Weg ginge. Doch das ist nicht immer möglich. Wie aber geht man dann damit um?

Was mir dabei geholfen hat, war die Erkenntnis, daß eine Enttäuschung oft zwei Beteiligte hat, die für sie verantwortlich sind – und der eine ist man selbst. Man selbst hat zu ihrem Entstehen beigetragen, indem man sich einer falschen Vorstellung des Anderen hingegeben hat. Man hat sich gegebenenfalls eine Illusion gebaut und vom Anderen erwartet, daß er ihr entspricht. Wenn er das dann nicht tut, so ist man daran zu einem guten Teil auch selbst schuld. Zumindest sollte man sich die Frage stellen, ob das nicht der Fall sein könnte – und man sollte sie sich selbst gegenüber so ehrlich wie nur irgend möglich beantworten.

Ebenfalls hilfreich fand ich eine Sichtweise, die sich eigentlich aus dem Wort Enttäuschung selbst ergibt. In ihm steckt nämlich durchaus auch etwas Positives, denn wörtlich genommen bedeutet eine Ent-Täuschung, daß man einer Täuschung, einer Illusion entledigt wurde. Das mag sich im Einzelfall durchaus schmerzhaft anfühlen, denn wenn Illusionen platzen, tun sie das mit lauten Knall – das haben sie wohl mit Luftballons gemein… Und doch ist es etwas Gutes, wenn man der Illusion nicht mehr nachhängt, sondern stattdessen nun klar sieht. Und wenn man durch das Handeln des Anderen nicht zu sehr verletzt wurde, kann es einem ermöglichen, sich besser auf die andere Person einzustellen. Und es kann eine Chance sein –  für einen ehrlicheren Umgang miteinander.

Wenn mir 2016 nur diese eine Sichtweise bescherte, dann hat es sich schon gelohnt.

Im neuen Gewand…

…präsentiert sich mit dem heutigen Tage meine persönliche Website www.glintschert.de. Funkelnagelneu und glänzend ist sie, blitzt und blinkt an allen Ecken.

Na, ganz so schlimm ist es nicht – auf das Blinken habe ich wohlweislich verzichtet. Erinnert sich eigentlich noch jemand an das <blink>-Tag aus den guten alten Netscape-Tagen? Das waren Zeiten! Ein Flimmern und Flackern allüberall im aufkommenden World Wide Web… Im Geiste höre ich schon die Fragen: <blink>-Tag? Netscape? Wovon redet der Mann? Meine Güte, ich komme mir schon vor wie Opa, der vom Krieg erzählt…

Zurück zur Website. Generalüberholt habe ich sie, sowohl in Gestaltung als auch Technik. Und auch inhaltlich habe ich etwas Hand angelegt. Die Technik übernimmt nun WordPress. Es löst das bis dato von mir genutzte NetObjects Fusion ab, mit dem ich vorher die Seiten auf meinem heimischen PC erstellt, dann exportiert und per FTP auf den Server hochgeladen habe. Ein alles in allem etwas umständliches Verfahren. Gut, meine NetObjects-Version war schon lange nicht mehr die aktuellste. Jedes Update kostete aber auch ein nicht ganz unbescheidenes Sümmchen…

In der neuen Fassung bilden Website und Blog nun eine Einheit. Das vereinfacht das Verfassen und Veröffentlichen neuer Inhalte erheblich und senkt ganz nebenbei den Aufwand für die technische Administration. Aber wem erzähle ich das alles – Website-Profis wissen das natürlich längst, und diejenigen, die keine Website erstellen wollen, interessiert es vermutlich nicht sonderlich. Darum genug von dem technischen Zeug.

Ich hoffe, Ihnen allen, die hier hereingestolpert sind, gefällt, was Sie sehen. Wenn ja, lassen Sie es mich gerne wissen, wenn nicht – nun, dann auch. Für konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge habe ich immer gern ein offenes Ohr.

Bleibt mir jetzt nur noch, Ihnen allen hier viel Vergnügen zu wünschen. Und das tue ich hiermit.

Publikationen

Im Laufe meines Informatik-Studiums und meiner beruflichen Tätigkeit habe ich an verschiedenen Projekten (mit-)gearbeitet, deren Ergebnisse in verschiedenen Publikationen Eingang gefunden haben.

Studium

In zwei Vorlesungen, die ich während meines Informatik-Studiums am Institut für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin besucht habe, habe ich in enger Zusammenarbeit mit den Dozenten die Vorlesungsskripte verfaßt:

  • 1993/94 – „Lineare Algebra und Geometrie“
    Dieses Vorlesungsskript schrieb ich als studentischer Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit Dr. E. G. Giessmann begleitend zu seiner gleichnamigen Vorlesung 1993/94.


  • 1994/95 – „Stochastik für Informatik“
    (Prof. E. Rödel, Institut für Informatik an der Humboldt-Universität zu  Berlin)
    Das Skript zu dieser Vorlesung verfaßte ich im Auftrag von Prof. E. Rödel während meiner Tätigkeit als studentischer Mitarbeiter an seinem Lehrstuhl im Wintersemester 1994/95.

Im Rahmen zweier Seminare an der damaligen Abteilung „Pädagogik und Informatik“ am Institut für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin entstanden die folgenden Seminararbeiten:

  • Januar 1996 – „SimCity 2000 – eine Analyse“
    Im Rahmen meines Wahlpflichtfaches „Pädagogik & Informatik“ habe ich im Wintersemester 1995/1996 an dem Seminar „Analyse von Lernsoftware“ teilgenommen. Mein Beitrag zu diesem Seminar bestand in der Analyse des Simulationsspiels „SimCity 2000“ (die damalige aktuelle Version) auf seine Eignung als Lehrmittel. Die Ergebnisse dieser Analyse habe ich im Rahmen einer Seminar-Arbeit festgehalten.


  • Mai 1998 – „Kryptologie und die neuen Medien“
    Ebenfalls während der Absolvierung des Wahlpflichtfaches „Pädagogik  & Informatik“ habe ich im Wintersemester 1996/97 das Seminar „Rechtliche und ethische Probleme der Computernutzung“ besucht. Im Ergebnis dessen entstand diese Seminar-Arbeit.

Am Ende meines Studiums standen naturgemäß meine Studien- und Diplomarbeit:

  • Juni/Oktober 1998 – Studien- & Diplomarbeit „ThemeSearch – Aufbau einer intelligenten, themenspezifischen Suchmaschine im WWW“
    Beide Arbeiten entstanden bei Prof. Dr. Hans-Dieter Burkhard am Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz des Instituts für Informatik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Betreut wurden sie von Prof. Burkhard und Mario Lenz. Die Studienarbeit stellt dabei eine Vorstufe der Diplomarbeit dar. Mit diesen Arbeiten begründete ich das ThemeSearch-Projekt am genannten Lehrstuhl.

Aus der Diplomarbeit ging dann eine Publikation hervor:

  • 1999 – „On Texts, Cases and Concepts“
    (Mario Lenz, Alexander Glintschert)
    XPS 1999: Knowledge-Based Systems – Survey and Future Directions,
    5th Biannual German Conference on Knowledge-Based Systems, Würzburg, Germany,
    March 3-5, 1999, Proceedings
    Springer Verlag, 1999
    ISBN 3-540-65658-8
    Seiten 148-156

Beruf

Im Rahmen meiner Tätigkeit für die Firma MicroDiscovery GmbH, die neben der reinen Softwareentwicklung auch im wissenschaftlichen Umfeld tätig ist, hatte ich erneut Gelegenheit, an mehreren Publikationen mitzuwirken:

Was bisher geschah

1972Meine Wenigkeit betritt die Welt... Es war sicher nicht weltbewegend, aber auch nicht unwichtig, wie ich meine...
Ach so, das war übrigens in Berlin, genauer gesagt in Pankow.
1972-1977Eine glückliche Kindheit in Berlin. Die Kinderkrippe mochte ich wohl nicht so sehr. Der Kindergarten war dann schon etwas besser.
1977-1978Umzug nach Budapest. Auch dort war ich wieder im Kindergarten - der DDR-Botschaft. Ungarisch habe ich dadurch zwar leider nicht gelernt, aber die Stadt und das Land haben mir dennoch sehr gefallen. So sehr ich auch heute an Berlin hänge - Budapest ist definitiv meine zweitliebste Stadt.
1978
Ein einschneidendes Erlebnis: Einschulung in die Botschaftsschule. Der Anfang einer Haßliebe zwischen der Schule und mir. Am ersten Schultag habe ich geheult, heißt es.
1978-1982Weitere Jahre in Budapest. Es war eine wunderschöne Zeit. In dieser Zeit beginne ich damit, das Klavierspielen zu lernen. Von nun an heißt es üben - möglichst jeden Tag.
1982 Rückkehr nach Berlin. Wechsel in die 18. Polytechnische Oberschule “Reinhold Huhn” in Berlin-Mitte. Die Umgewöhnung war schwer. Hier finde ich an der Musikschule Friedrichshain eine neue Klavierlehrerin.
1982-1988Lernen, lernen, lernen - aber es hat sich gelohnt. Die 10. Klasse habe ich mit Auszeichnung abgeschlossen. Leider hat mein Klavierspiel darunter sehr leiden müssen. Ich habe es inzwischen aufgegeben. Heute bedauere ich das manchmal.
1988-1990Die 11. und 12. Klasse auf der Erweiterten Oberschule “Max Planck” in Berlin-Mitte. Heute ist das das Max-Planck-Gymnasium. Die Zeit dort war sehr bewegt und spannend. Genau in den Wendejahren...
1990Mein Abitur - mit einigem Stolz kann ich sagen: wieder mit Auszeichnung.
1990-1991Beginn des Informatik-Studiums an der Humboldt-Universität zu Berlin. Wenn ich bedenke, daß ich zu Beginn kaum wirklich Ahnung von Computern hatte, frage ich mich heute manchmal, wie ich auf die Idee kam, dieses Fach zu wählen... Aber heute macht es mir immer noch Spaß!
1991-1993Das Bundesamt für Zivildienst meinte, auf mich nun wirklich nicht länger verzichten zu können. Daß ich seit einem Jahr studierte - egal. Und wer kann zu solch dringendem Ruf um Beistand schon Nein sagen...
Und so arbeitete ich 15 Monate in der 2. Schule für geistig behinderte Kinder in Berlin-Marzahn. Und ich muß sagen: es war eine Lehre für's Leben. Die Arbeit dort war nicht einfach, aber danach habe ich behinderte Menschen mit ganz anderen Augen gesehen...
1993-1998Fortsetzung meines Informatik-Studiums, wiederum an der Humboldt-Universität. Warum sollte ich auch wechseln - ich konnte hochzufrieden damit sein, an dieser Uni zu studieren.
Nebenbei arbeitete ich immer mal wieder bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. als Betreuer auf Ferienreisen.
1995Beginn einer studentischen Nebentätigkeit bei der damaligen infopark online service GmbH. Heute ist das die Infopark AG. Hat mir das Studium die theoretische Basis für meinen Beruf geschaffen, so habe ich all meine praktischen Fähigkeiten für meinen Beruf dort erworben. Manchmal eine harte, aber eine sehr gute Schule.
1998Abschluß meines Studiums mit der Verteidigung meiner Diplom-Arbeit. Note: 1.3. Von nun an darf ich mich Diplom-Informatiker nennen.
1998Beginn des Berufslebens - bei der Infopark AG. Eine akademische Laufbahn habe ich nie in Erwägung gezogen. Ich wollte es etwas praktischer angehen. Ich entwickle nun an einem Content-Management-Produkt mit.
2002Das Ereignis der Ereignisse: Ich werde 30!
Hm, entweder habe ich was falsch gemacht, oder es ist einem hinterher doch nicht anders zumute als vorher... Aber warum machen dann alle solch ein Brimborium darum?
2002Wechsel zur MicroDiscovery GmbH. Das ist wohl ein Schritt auf der sogenannten Karriereleiter nach oben, denn ich trete eine Stelle als Leiter der Entwicklungsabteilung an. Von nun an bin ich im Management tätig. Und auch fachlich ist das ein Wechsel, denn ich arbeite nun im Bereich der Softwareentwicklung auf dem Gebiet der Bioinformatik.
2004-2009Es ärgert mich immer noch, daß ich kein Instrument spielen kann. Ich beschließe, das zu ändern. Das Klavier ist es jedoch mittlerweile nicht mehr, das mich fasziniert. Ich entscheide mich für die Gitarre. Die Musikschule “Klangbaum” wird zu meiner musikalischen Ausbildungsstätte.
2010Reise nach Kanada - von Vancouver bis nach Quebec auf Tour durch das riesige Land. Eine großartige Reise - und davon mehr als 4000 Kilometer mit dem Zug! Das ist meine erste große interkontinentale Reise. Bis dahin hatte ich stets Deutschland und Europa unsicher gemacht.
2012Und wieder eine Null am Ende: Mein vierzigster Geburtstag steht an! Und irgendwie paßt die Zahl zum ersten Mal nicht mehr zu meinem gefühlten Alter. Bin ich wirklich schon 40?
2012Das Reisefieber hat mich gepackt: Dieses Mal ist es Australien! Von Brisbane nach Süden über Sydney und Melbourne nach Adelaide. Und dann mit Greyhound und Ghan, also per Bus und Bahn über Alice Springs nach Darwin. Und am Ende noch nach Singapur. Ein Abenteuer!
201311 Jahre Management sind genug! Ich habe einfach keine Lust mehr darauf und will wieder als Softwareentwickler tätig sein. Deswegen hatte ich den Beruf ja früher mal gewählt. Ich wechsle den Job und arbeite nun bei der AS ideas engineering GmbH. Und der Job macht wieder riesig Spaß!
2015Meine dritte große Reise: Neuseeland! Ein absoluter Traumurlaub! Von Auckland die Nordinsel erkunden - zunächst nach Nordosten, dann in die andere Richtung. Von Wellington zur Südinsel hinüber und dann: eine atemberaubende Rundreise. Hochgebirge, Fjorde, malerische Seen, weite Ebenen. Queenstown, Christchurch. Irgendwann kehre ich nochmal dorthin zurück! Ach ja: am Ende steht erneut: Singapur.
2017Ich habe einen Verein gefunden, der sich einem Thema widmet, das mir selbst sehr am Herzen liegt: die Geschichte meiner Heimatstadt Berlin. Und so bin ich seit März offiziell Mitglied im Verein für die Geschichte Berlins e.V.
Ich bin gespannt, was als nächstes passiert!