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Ballade von der wiederkehrenden Null

Für meinen Bruder zum 60. Geburtstag

Die erste Null war so wunderbar schön,
Da konnt‘ man das Licht dieser Welt erstmals seh’n.
Man war ach so zart, unschuldig und klein,
Wußt‘ gar nichts davon, wie das Leben wird sein.

Mit Zehn traf man dann auf Null Nummer zwei.
Die Schulzeit war da noch lang nicht vorbei.
Doch unbeschwert kümmerte man sich kaum drum,
Mit Lernen und Spielen ging die Zeit sehr schnell rum.

Um die Zeit scherte man sich auch dann noch nicht viel,
Als mit Zwanzig die dritte Null ins Leben fiel.
Man träumte, probierte und plante voraus
Und wenn mal was schiefging, so lernte man draus.

Und dann stand die Dreißig unverhofft vor der Tür
Und bracht‘ als Begleitung mit Null Nummer Vier.
Die nahm man auf einmal nicht mehr gar so leicht,
Denn die Mitte des Lebens war plötzlich erreicht.

Ist vorüber die Jugend? fragte mancher sich bang.
Derweil der Ernst des Lebens in selbiges drang.
Und grad als man sich konnt‘ gewöhnen daran,
da eilte auch Null Nummer fünf schon heran.

Beruf und Familie, Kinder, Frau, Hund,
es ging eigentlich fast tagtäglich rund.
So blieb nicht viel Zeit, auf das Alter zu seh’n,
Plötzlich war man Fünfzig, sah die sechste Null steh’n.

Nun hast Du die Sechzig gerade erreicht.
Und egal, was Du machst, die siebte Null weicht
Dir nicht von der Seite. Sie bleibt eisern dort,
auch wenn Du Dir noch so sehr wünschst, sie wär‘ fort.

Es sagte vor Jahren ein sehr weiser Mann:
Lang wird nur leben, wer auch alt werden kann.
Drum umarme die Sechzig! Sei zufrieden mit ihr!
Begrüße sie freudig! Sie gehört nun zu Dir.

Sechzig und kein bißchen weise – na und?
Wenn Du es nur willst, geht es noch immer rund!
Lebe den Tag! Und dann, Du wirst seh’n,
kommen mindestens Null Nummer acht, neun und zehn.

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